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Chronik

Landesverband

der

Bergmanns-, Hütten und Knappenvereine des Saarlandes e.V.

 

„Tradition, das ist die Weitergabe der Flamme, nicht der Asche!“ – Diese eindrucksstarken Worte des legendären Papstes Johannes XXIII. sind in heutiger Zeit angesichts des Niedergangs des deutschen Kohlebergbaus und des ums Überleben kämpfenden Hüttenwesens mit all der Dramatik von nicht unerheblicher Bedeutsamkeit. Auch wenn an der Saar kein Bergwerk mehr bestehen soll – die große, von tiefem Bewusstsein geprägte Tradition dieses Berufsstandes kann nicht mit untergehen. Sie wird und soll weiterleben, gepflegt und mit Leben erfüllt von Idealisten, die dem Saarland Ehre erweisen.

 

Diese Chronik ist eine Dokumentation, die aufzeigt, was das Saarland als kleinstes Bundesland an bergmännischer Traditionspflege zu bieten hat.

 

Zur Gründung eines Landesverbandes hatten die St.-Barbara-Bruderschaften für den 26. Januar 1969 alle saarländischen und pfälzischen Berg-, und Hüttenarbeitervereine ins Bergmannsheim nach Neunkirchen/Saar eingeladen. Anwe­send waren 26 Vereine aus dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz. Der Generalpräses der St.-Barbara-Bruderschaften Hieronimi erklärte Sinn und Zweck der Gründung eines Landesverbandes im Bund Deutscher Bergmanns- Hütten- und Knappenvereine e.V. Der damalige Bundesvorsitzende, Hugo Biesewinkel, überbrachte die Grüße des Bundes. Als juristischer Berater der Gründungs­versammlung war Dr. Werner Hengst anwesend.

 

Nach eingehender Diskussion hatten 23 Vereine ihre Zustimmung gegeben. Als  Versammlungsleiter fungierte Christian Fesenberg. Kamerad Peter Lemens aus Gonnesweiler wurde von den anwesenden Delegierten zum ersten Vorsitzenden des Landesverbandes Saar gewählt. Der Landesverband war somit aus der „Taufe“ gehoben.

 

Drei Jahre später, am 27. und 28. Mai 1972, wurde in Kostenbach das erste Landesverbandstreffen nach der Gründung durchge­führt und im August 1974 fand dann in Fraulautern bereits das  zweite Landesverbandstreffen mit inzwischen über 55 Verei­nen statt. Mit besonderer Herzlichkeit wurden Gastvereine aus den Landesverbänden Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen begrüßt. Durch die Teilnahme vieler lothringi­scher und luxemburgischer Vereine erhielt das Treffen sogar internationalen Charakter.

 

Vom 31. Mai bis 1. Juni 1980 wurde unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Werner Zeyer in der Kreisstadt Saarlouis der 5. Deutsche Bergmannstag durchgeführt. Das Programm beinhaltete neben der Eröffnung der Festtage auch die 8. Bundesdelegiertentagung im Saarlouiser „Theater am Ring”; einen Empfang der Vereine; Besichtigungen von Saarlouiser Einrichtungen; ein Festkommers durch den Landesverband Saar; einen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche “St. Ludwig” in Saarlouis sowie den anschließendem Festakt im „Theater am Ring“. Höhepunkt war der Festzug mit Bergparade sowie dem anschließenden Knappenball in der Sporthalle „Am Stadtgarten“. Die „Saarbrücker Zeitung“ berichtete von diesen Festveranstaltungen übrigens in euphorischen Zeilen: „Die Pflege des berufsständischen Brauchtums und der bergmännischen Kameradschaft und Solidarität standen im Vordergrund. Doch beim 5. Deutschen Bergmannstag am Wochenende in Saarlouis ging es um mehr als nur um das traditionelle Bekenntnis zum Berufsstand. Seit die Kohle in der energiepolitischen Diskussion wieder wachsende Bedeutung erlangt und der Steinkohle-Bergbau wieder Zukunft hat, haben die Männer aus dem Revier ein neues Selbstbewusstsein entwickelt”.

 

Wechsel an der Spitze

 

In der Delegiertenversammlung 1987 kandi­dierte der langjährige Vorsitzende, Hermann Jost, nicht mehr; er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zu seinem Nachfolger als Landesvorsitzender wurde von den Delegierten Klaus Hiery aus Fraulautern gewählt. Er über­nahm den Landesverband Saar mit 36 Vereinen. Aufgrund intensiver Bemühungen zählt der Landesverband Saar, jetzt im Jahr 2008, immerhin 86 Vereine mit über 26 500 Mitgliedern – und ist damit von der Mitgliederzahl her der größ­te Landesverband im Bund Deutscher Bergmanns- Hütten- und Knap­penvereine e.V.

 

Mit einem kilometerlangen Festzug und einem großen Festabend wurde 1987 in Marpingen das 7. Landesver­bandstreffen gefeiert. Zum Jubiläum waren viele Bergknappen- und Hüttenvereine aus dem Saarland, dem Ruhrgebiet, dem Aachener Revier sowie aus Frankreich, Luxemburg und Belgien gekommen. Unter den zahlreichen Gästen weilten auch der damalige saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine; Berg­haupt­mann Gustav Seyl und der Bundesvorsitzende Johannes Ruhnau.

 

Beim 8. Landesverbandstreffen, das 1989 in Fraulautern stattfand, wurde im Beisein des Ministerpräsidenten und vieler Repräsentanten des öffentlichen Lebens die Landesstandarte von  Abt  Makarios Hebler von der Benediktinerabtei  „St. Mauritius“ in Tholey eingesegnet. Diese Landesstandarte wurde aus Anlass des 20jährigen Bestehens des Landesverbandes angefertigt. Sie wurde – den Vorstellungen des Landesvorsitzenden Klaus Hiery entsprechend – von Johann Wieland entworfen. Auf der Heimatseite symbolisiert sie unser Saarland, das geprägt ist von Kohle und Stahl. Die Landesseite ist in den Farben Schwarz-Rot-Gold gearbeitet. Im Mittelpunkt der Bundesfarben befindet sich das Saarlandwappen und um dieses Wap­pen sind symbolisch die Landkreise dargestellt.

 

Der 2. Saarlandtag 1990 im Landkreis Saarlouis zeigte es deutlich: Der Bergbau und die Menschen, die von ihm leben, beeinflussen auch heute noch die Kultur der Region. „Bergleute und ihr Hobby" lautete deshalb das Motto einer Ausstellung, die der Landesverband Saar in einer eigens eingerichteten „Aktionszone für den Bergbau" präsentierte. Grubenlampen, Schnitz- und Bildhauerarbeiten, Gemälde und Handarbeiten, kurz all das, womit Berg­leute und ihre Familien sich in ihrer Freizeit beschäftigen, war dort zu bewundern.

 

Höhepunkt im Programm des Landesverbandes Saar im folgenden Jahr war ein Pontifikalamt der “Bergleute von der Saar” mit Bischof Dr. Hermann Josef Spital am 15. August 1991 im – bis auf den letzten Platz besetzten – Trierer Dom. Das Pontifikalamt wurde vom Saarknappenchor (Leitung Martin Folz) und von der Bergkapelle Mitte der Saarbergwerke AG (Leitung Manfred Endres) musikalisch würdig gestaltet. 3.500 Saarländer, davon allein 2.500 Bergleute im “Bergkittel”, waren in 60 Bussen nach Trier gereist, um in einem Umzug, angeführt von der Bergkapelle Mitte der Saarbergwerke AG, dem Bischof Dank zu sagen: Und zwar für sein engagiertes Eintreten zugunsten des von Existenzsorgen geplagten Bergmannsstandes.

 

Studienfahrt nach Polen

 

Unvergessen bleibt auch die neuntägige Studienfahrt des Landesverbandes in der Zeit vom 14. bis 22. August 1993 nach Polen. Ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm führte die Reiseteilnehmer unter anderem nach Krakau, Kattowitz, Tschenstochau und Zakoparne in der „Hohen Tatra”. Besuche der Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau waren mit in das Programm eingebunden. Im selben Jahr wurde in der Hüttenstadt Neunkirchen der 3. Saarlandtag durchgeführt. Der Landesverband war mit Hunderten Berg- und Hüttenleuten vertreten. Zum ersten Mal feierte die Bergknappschaft aus dem erzgbirgischen Johanngeorgenstadt mit ihrem Vorsitzenden Günter Krauß dieses Fest mit.

 

Einen bleibenden Eindruck hinterließ der offizielle Empfang des damaligen Bundespräsidenten, Prof. Dr. Richard von Weizsäcker, zum „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober 1993 in Saarbrücken. Landesvorsitzender Klaus Hiery konnte ein längeres Gespräch mit dem Staatsoberhaupt führen und sich dabei von der Sympathie des Bundespräsidenten für den deutschen Steinkohlebergbau überzeugen.

 

Im Jahre 1994 fand – zusammen mit der Fahnenweihe des Berg- und Hüttenarbeitervereins Fraulautern – das 10. Landesverbandstreffen statt. 85 Berg- und Hüttenarbeitervereine aus ganz Europa waren vertreten. Sie kamen aus Polen, Ungarn, Italien, Österreich, Belgien, Holland, Luxemburg, Frankreich und aus allen deutschen Bergbaurevieren, um den saarländischen Berg- und Hüttenarbeitervereinen in eindrucksvoller Weise ihre Solidarität unter Beweis zu stellen.

 

Eine Informationsbroschüre wurde erstmals 1994 erarbeitet und den Vereinen vorgestellt. Sie trägt den Titel „Glückauf mit Kohle und Erz” und enthält als bleibende Einrichtung in umfassender Weise die Chroniken der Mitgliedsvereine.

 

Beim 11. Europäischen Knappentreffen 1995 in Ungarn war der Landesverband Saar mit über 820 Teilnehmern vertreten (größte Delegation der einzelnen Verbände). Dort konnte Landesvorsitzender Hiery ein Grußwort des saarländischen Ministerpräsidenten verlesen, das übrigens an alle Teilnehmer gerichtet war. In diesem Grußwort kam deutlich zum Ausdruck, daß das Saarland nach wie vor zum Bergbau als solchem, zu seinen Bergleuten und zu Europa steht. Am 24. September des selben Jahres wurde in Saarbrücken der letzte Kongress der Industrie-Gewerkschaft Bergbau und Energie abgehalten. Über 5500 Berg- und Hüttenleute bekundeten während einer großen Bergparade durch die Landeshauptstadt noch einmal ihre große Solidarität zu ihrer Gewerkschaft.

 

Übrigens: Am 7. November 1995 gab der Landesverband Saar als erster im Bund Deutscher Bergmanns- , Hütten- und Knappenvereine einen Bildkalender heraus. Er zeigte die ältesten und schönsten Fahnen der Mitgliedsvereine an der Saar. Dieser Bildkalender, welcher in der Öffentlichkeit großen Zuspruch fand, war im Beisein des Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei vorgestellt worden.

 

Mit einem Saarlandabend wurde am 28. April 1995 die Bundesvorstandssitzung des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine in Bexbach eingeleitet. Landesvorsitzender Klaus Hiery machte dabei erneut deutlich, dass der Landesverband des kleinen Saarlandes mit 27.500 Einzelmitgliedern nach wie vor stärkster Mitgliedsverband im Bund sei.

 

3.000 Mitglieder der Berg- und Hüttenarbeitervereine aus dem Saarland und dem benachbarten Lothringen fanden sich am 16. Mai 1996 zum 13. Internationalen Bekenntnistag in Ensdorf, auf dem Hasenberg ein. Bischof Pierre Raffin aus Metz verwies in seiner Predigt auf die großen Aufgaben der Berg- und Hüttenarbeiter an der Schwelle zum neuen Jahrtausend: Diese Aufgaben müssten sich – so sagte der Bischof – auf die Zivilisation, Gerechtigkeit, Menschlichkeit und auf die Festlegung des Friedens beziehen, um positiven Niederschlag zu finden.  

 

Anerkennung bleibender Verdienste

 

Eine besondere Ehrung erfuhr Landesvorsitzender Klaus Hiery im Mai 1996: Ministerpräsident Oskar Lafontaine verlieh ihm in Anerkennung seiner bleibenden Verdienste um die beeindruckende bergmännische Traditionspflege im Saarland die höchste Auszeichnung des Landes, nämlich den Saarländischen Verdienstorden.

 

Am 8. Deutschen Bergmannstag, der im Juli 1996 in Schneeberg/Erzgebirge stattfand, war der Landesverband Saar mit über 600 Teilnehmern vertreten. Eine Tageszeitung brachte es auf den Punkt; sie schrieb: „Man erkennt sie, die Saarländer, an ihren roten Federbüschen sowie an den goldenen Knöpfen an ihren schmucken Bergmannstrachten...“      

 

Am 7. Oktober 1997 konnte der Landesverband in der Staatskanzlei in Saarbrücken ein besonderes Buch der Öffentlichkeit vorstellen: „Saarland Glückauf”. Den Mitgliedsvereinen war die Möglichkeit geboten worden, sich in diesem Buch vorzustellen. Viele nutzten daraufhin diese Möglichkeit einer ansprechenden Präsentation.

 

Eine alte bergmännische Tradition hat der Landesverband im Dezember 1997 wieder aufleben lassen: Im „St.- Barbara-Stollen“ bei Gonnesweiler fand erstmals eine Mettenschicht statt. Viele Repräsentanten aus dem Bergbau und dem Hüttenwesen waren anwesend. In diesem würdigen Rahmen wurde der Betriebsratsvorsitzende der Dillinger Hüttenwerke, der Kollege Roman Selgrath, zum Ehrenhauer des Landesverbandes Saar ernannt. Die Mettenschicht erfreut sich seit diesem Zeitpunkt immer größerer Beliebtheit und wurde schon im Saarländischen Rundfunk übertragen.

 

30 Jahre Landesverband

 

Sein 30jähriges Bestehen feierte der Landesverband 1999; und zwar mit seinem Mitgliedverein Saarlouis-Fraulautern, der gleichzeitig auf sein 135jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Dieses Fest war zudem mit einem Europäischen Freundschaftstreffen verbunden, so dass über 2000 Kameraden zünftig miteinander feierten.

 

Eines zeigte sich: Mit dem Rückgang des Bergbaus wurden auch mit diesem Berufsstand verbundene Utensilien und das bergmännische Geleucht immer weniger. So hat man sich 1999 erstmals durchgerungen und für Sammler eine Grubenlampen-Ausstellung in der Saar-Lor-Lux-Region organisiert. Sie findet seitdem großen Anklang bei allen Grubenlampensammlern aus der Bundesrepublik, aus Lothringen und aus den Beneluxländern.                                        

Übergang in das neue Jahrhundert

 

Im September 2000 fuhr eine Delegation des Landesverbandes zum 9. Deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappentag nach Herne-Wanne. 

Ebenfalls im September wurde in Merzig der 5. Saarlandtag veranstaltet. Am Festumzug nahmen zahlreiche berg- und hüttenmännische Vereine aus dem ganzen Land teil.

Erstmals fand ein Berg- und Hüttentag in der SaarLorLux-Region statt. Ausrichter war die Gemeinde Beckingen. 30 Vereine in ihren traditionellen Trachten boten ein farbenfrohes Bild bei der Bergparade. 

 

Der zweite Berg- und Hüttentag in der SaarLorLux-Region wurde 2001 in Schwalbach gefeiert. Eigens zu diesem Anlasse wurde eine Briefmarke herausgegeben. 42 Vereine aus der Region sowie aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt nahmen an der Bergparade teil.

 

Auf Initiative des Fördervereins Historisches Kupferbergwerk wurde im Frühjahr 2002 im Rahmen der 950-Jahr-Feier-Düppenweiler ein historischer Markt sowie ein Festumzug durchgeführt. Hier war der Landesverband zusammen mit der Bergknappschaft Freiberg zu Gast.

Der 6. und letzte Saarlandtag, den die Landesregierung ausgerichtet hat, war in St. Wendel. Zahlreiche Vereine des Landesverbandes haben die Gelegenheit wahrgenommen, um durch ihre Teilnahme auf die über zweihundertjährige Bergbautradition an der Saar hinzuweisen. Neben der Teilnahme am Festumzug gab es Ausstellungen und Informationsstände zum Thema Bergbau.

 

Teilnahme an einer Sonderfahrt anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Merzig-Büschfelder Eisenbahn im Juli 2003, die zum Zwecke der Anbindung der Berg- und Hüttenarbeiter an die Industriereviere an der Saar errichtet worden war.

 

Eine Reise nach Johanngeorgenstadt fand im September 2004 statt, um gemeinsam mit den befreundeten Bergmannsvereinen den 350. Gründungstag der Stadt Johanngeorgenstadt zu feiern.

Der 10. Deutsche Bergmannstag wurde im Sommer 2004 in der Kali-Stadt Heringen/Hessen veranstaltet. 5000 Teilnehmer aus 400 Vereinen, national und international, boten ein eindrucksvolles Bild bei der großen Bergparade. Über 100.000 Besucher wurden gezählt. Der Landesverband Saar war mit mehreren Vereinen vertreten. 

 

Teilnahme an der Bergparade zum 3. Baden-württembergischen Bergmannstag in Schriesheim im März 2005. 

 

Die Delegiertenversammlung und Bundesvorstandssitzung des Bundes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine fand  im April 2006 in Fraulautern statt. Beim Empfang im Rathaus Saarlouis begrüßte Bürgermeister Klaus Pecina den Bundesvorstand aus zehn Bundesländern. Die Delegierten nahmen an einer  Exkursion ins historische Kupferbergwerk Düppenweiler teil.

 

Im April 2007 wurde in Gera die Bundesgartenschau eröffnet. Bundespräsident Horst Köhler hielt die Festansprache. Bergbautraditionsvereine aus ganz Deutschland waren der Einladung zur Eröffnungsfeier gefolgt, darunter auch eine Abordnung des saarländischen Landesverbandes.

Wie an allen Deutschen Bergmannstagen seit Gründung unseres Verbandes nahm auch eine Delegation am 11. Deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappentag im Juli 2007 in Sulzbach-Rosenberg teil.

 

Beim Fest unter Freunden des Landesverbandes im Mai 2008 in Gonnesweiler wurde Herrn Gerd Zibell, Mitglied der Geschäftsführung der Evonik, die Ehrenmitgliedschaft des Landesverbandes verliehen. 

Im Juni 2008 richteten die Berg- und Hüttenleute Dorf i. Warndt den 16. Saarländischen Bergmannstag aus. Diese Großveranstaltung bot ein umfangreiches, grenzüberschreitendes Programm mit einer beeindruckenden Bergparade sowie dem Großen Zapfenstreich. Die Saarländer haben ein eindrucksvolles Fest auf die Beine gestellt, das sich nicht hinter dem gesamtdeutschen Bergmannstag zu verstecken braucht. Damit ist der saarländische Landesverband als größter Landesverband seinem Anspruch auch gerecht geworden.

 

40 Jahre Landesverband

 

Das 40jährige Jubiläum des Landesverbandes fand in Verbindung mit der 145 -Jahrfeier des Berg und Hüttenarbeitervereins"St.Barbara" Saarlouis-Fraulautern 1864 e.V. im Vereinshaus Fraulautern statt. Viele befreundete Vereine und Gäste waren der Einladung gefolgt. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikkapelle "Harmonie" Saarwellingen. Ein Saalfeuerwerk bildete den ungewöhnlichen Abschluss einer gelungenen Veranstaltung.

Im März 2009 wurde im Kunstwerk "Der Bevölkerung" im Innenhof des Berliner Reichstags Steinkohle aus mehreren saarländischen Gruben niedergelegt. Einen würdigen Rahmen gaben der Zeremonie 16 Mitglieder verschiedener saarländischer Berg -, Hütten und Knappenvereine.

Die 10. Grubenlampensammlerbörse in der SaarLorLux-Region im Oktober 2009 in Fraulautern wurde erstmals um eine kleine Bilderauswahl der Künstlerin Karin Dumont erweitert und zog wieder viele Besucher an.                                  

 

Im Sommer 2010 fand das 17. Saarländische Landesverbandtreffen aller Mitgliedsvereine in Reden statt.                       

Eine große Delegation saarländischer berg und hüttenmännischer Brauchtumsvereine nahm am 4.Baden- Würtembergischen Bergmannstag in Heilbronn teil. Ebenso besuchte eine Delegation den 8. Nordrhein-Westfälischen Knappentag in Bochum.

 

Teilnahme am 14. Europäischen Bergmanns-, Hütten und Knappentag in Heerlen / Niederlande 2011.

 

Zum 50. Jahrestag des schweren Grubenunglücks in Luisenthal am 7. Februar 1962 mit 299 Todesopfer nahmen zahlreiche Vereine an der Gedenkfeier in Luisenthal teil.

1200 Bergleute aus dem Saarland stellen bei der Hl. Rock Wallfahrt in Trier ein Licht in Form einer Grubenlampe im Dom-Kreuzgang auf, und zwar in der Nähe der Grablegungen der saarländischen Weihbischöfe Gerhard Jakob aus Hülzweiler und Karl-Heinz Jacoby aus Göttelborn.

 

Ende des aktiven Steinkohlebergbaues an der Saar zum 30. Juni 2012.

 

Das Saarland nimmt Abschied von der Kohle. Mit einer großen Abschlussveranstaltung auf dem Bergwerk Ensdorf wurde der saarländische Bergbau endgültig beendet. Der Landesverband nahm mit seinen Mitgliedsvereinen an dieser bewegenden Veranstaltung teil.

Im gleichen Jahr wurde auf die Initiative des Landesverbandes erstmal die Georg-Agricola Plakette verliehen. Sie wird vergeben an Vereine der berg- und hüttenmännische Tradition,die seit mindestens 150 Jahre bestehen und aktiv sind. Die Ehrung wurde vorgenommen von der Ministerpräsidentin des Saarlandes Frau Annegret Kramp-Karrenbauer in der Stattskanzlei. Zwölf Vereine wurden ausgezeichnet.

 

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Ende des aktiven Steinkohlebergbaues wurde am 30. Juni 2013 der 1. Tag des Bergmanns begangen. Unter dem Motto "Tradition erhalten Und Zukunft gestalten " wurde erstmals in Fraulautern dieser Tag auf Betreiben des Landesverbandes durchgeführt.

Im August 2013 - bei strahlendem Sonnenschein - konnte der Landesverband auf dem Erlebnisbergwerk Velsen mehr als 50 Vereine und zahlreiche Gäste zum Fest unter Freunden begrüßen. 

Die Zentrale Barbarafeier des Landesverbandes wurde in diesem Jahr in Göttelborn begangen. Zum zweiten Male wurde die Georg-Agricola-Plakette an verdiente Vereine verliehen, von der Ministerpräsidentin des Saarlandes Frau Annegret Kramp-Karrenbauer.

 

Auch am 2. Tag des Bergmanns im Juni 2014 konnte der Landesverband mehr als 45 Vereine begrüßen, die sich der Aufrechterhaltung der bergmännischen Traditionen verschrieben haben.

Teilnahme einer Delegation am 12. Deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappentag in Marienberg/Sachsen im September 2014

Wie im Jahr zuvor fand die Zentrale Barbarafeier des Landesverbandes in Göttelborn statt. 

 

Mitarbeit in den Gremien der "Initiative Saarländische Bergbaustraße". Der Landesverband hat sich im Vorfeld lange Jahre für eine Eingrenzung dieses äußerst umfangreichen Projektes in die Lebenswelten der Bergleute und für die Bezeichnung "Straße des Saar-Bergmanns" eingesetzt. Letztendlich wurde jedoch in 2015 von der Landesregierung "Die Saarländische Bergbaustraße" mit 25 Etappenorten favorisiert.

Der 3. Tag des Bergmanns fand wie gewohnt am letzten Sonntag im Juni statt. Wiederum folgten zahlreiche Vereine und Besucher der Einladung des Landesverbandes. Der ökumenische Gottesdienst wurde - im Gegensatz zu den Vorjahren - auf dem Gelände der Anlage Duhamel gefeiert.

Die Zentrale Barbarafeier fand 2015 in der Ausstellung "Das Erbe" in Reden statt.  130 Bergleute sowie geladene Gäste nahmen auf Einladung des Landesverbandes an der Feierstunde mit der Verleihung der Agricola-Plakette teil. Die Bergkapelle umrahmte musikalisch die Veranstaltung.

Der Landsverband bleibt seiner Traditition treu. Über 45 Vereine aus dem Verband nahmen an dem "4. Tag des Bergmanns" nach der Schließung des letzten Steinkohle Bergwerk an der Saar teil.

An der 200 Jahrfeier des Landkreis Saarlouis nahm der Landesverband mit mehreren Abordnungen und 12 Kameraden in Historischen Bergbau bezogenen Trachten aus dem 18 Jahrhundert an dem mit 3500 Teilnehmern Festzug teil.

30 Jahre führt Klaus Hiery im Jahr 2017 den Landesverband als Präsident. Das nahmen die Delegierten auf Antrag des Landesvorstandes zum Anlass auf der 30 Delegiertenversammlung Herrn Klaus Hiery zum Ehrenmitglied des Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten und Knappenvereine des Saarlandes e.V. zu ernennen. 

Über 40 Vereine aus dem Landesverband des Saarlandes und dem Nachbarland Frankreich sowie aus Sachsen nahmen im Jahr 2017 am 5. Tag des Bergmanns teil. Daran erkennt man den Zusammenhalt untereinander und das weiterleben der Tradition dieses ehrwürdigen Berufszweig. 

 

Europäische Identität

 

In unzähligen Veranstaltungen, die vom Landesverband geplant und durchgeführt wurden und nach wie vor durchgeführt werden, stand und steht immer die Pflege der berg- und hüttenmännischen Tradition an erster Stelle. Diese großartige Traditonspflege wird auch in vielfältiger Weise zusammen mit den Kameraden aus Lothringen durchgeführt, die bei fast allen Veranstaltungen präsent sind. Der Landesverband Saar „verkörpert“ somit bereits seit vielen Jahren ein Stück lebendiges Europa. In der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit dieser Region hat sich dadurch eine gemeinsame Europäische Identität entwickelt, die zu schützen und zu ehren ist und weithin ihresgleichen sucht.

 

Die – nunmehr auch schriftlich vorliegende – eindrucksvolle Darstellung des saarländischen Berg- und Hüttenwesens, das in der gesamten Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus Anerkennung findet, ist unbestreitbar der Verdienst des Imageträgers Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes e. V., der trotz schwieriger werdender Voraussetzungen nach wie vor die Spitzenstellung im Bund Deutscher Bergmanns-, Knappen - und Hüttenvereine einnimmt.

 

All das, was diese Chronik beinhaltet, zeigt deutlich, dass die Tradition, wie sie seit Altersher im Saarland gepflegt wird, von großem, ehrenamtlichem Engagement geprägt ist. Gerade deshalb verdienen die vielen ehrenamtlich Tätigen, durch deren Fleiß und Tatkraft sehr viel an Motivation erreicht worden ist, Dank und respektvolle Anerkennung. All das, was in früheren Zeiten Menschen Lebensfreude und Zufriedenheit verschaffte, wirkt Dank eines unbezahlbaren, verdienstvollen Tun und Wirkens bis in die heutige Zeit. Und so bleibt der Wunsch, dass die schöne bergmännische Tradition auch nachkommende Generationen erreichen möge.

 

Saarland – Glückauf!<