Sie sind hier: Home | Unsere Vereine | Bexbach

Bexbach

Kameradschaft St.Barbara Bexbach 
1. Vorsitzender  Herrn Dietmar Decker
Oberbexbacherstr. 5  
66450 Bexbach

Kameradschaft St. Barbara Bexbach


Am Barbaratag, dem 4. Dezember 1859, wurde auf Initiative von Pfarrer Johannes Storck im alten Bexbacher Martinskirchlein eine “St. Barbara - Bruderschaft für Berg- und Hüttenleute” ins Leben gerufen. Zunächst existierte der Knappenverein als rein katholischer Verein, dem nur katholische Berg- und Hüttenleute der Pfarrei, die einen unbescholtenen Lebenswandel nachweisen mußten, beitreten konnten. Die Statuten der “St. Barbara - Bruderschaft” wurden bereits vor der Gründung, am 12. Oktober 1859, von Pfarrer Johannes Storck festgelegt.

Die erste Fahnenweihe fand im Jahre 1876 statt.

Im Jahre 1892 zählte der Verein 55 Mitglieder und sechs Ehrenmitglieder. Eine Änderung der Statuten bewirkte im gleichen Jahr die Umbenennung der “St. Barbara - Bruderschaft” in “Katholischer Knappenverein Mittelbexbach”. Präses war der damalige Ortspfarrer und spätere Dekan Jakob Boßle, dem 1928 die Ehrenbürgerschaft des Ortes übertragen wurde.

Alljährlich am St. Barbaratag zogen die Knappen in schmucker schwarzer Uniform mit goldenen Knöpfen und mit blau - weißen Federbüschen geschmückten Schachthüten in feierlicher Parade zur Pfarrkirche, um ihre Patronin zu ehren. Es war üblich, daß die Bergleute an den zweiten Pfingst-, Oster- und Weihnachtsfeiertagen den Gottesdienst mitgestalteten und Ehrenplätze in der Kirche einnahmen. Am Begräbnis eines Mitgliedes oder hoher Grubenbeamten mußte der Verein antreten und den Verstorbenen zur letzten Ruhe geleiten. Als selbstverständlich galt die Teilnahme an Fronleichnams - und Bittprozessionen.

Die zweite Fahnenweihe des Knappenvereins fand am 1. Juli 1928 statt. Diese Fahne befindet sich noch im Besitz des Vereins, wird jedoch aus Altersgründen selten zu Festzügen mitgenommen.

Die Zeit des Nationalsozialismus brachten große Veränderungen im kirchlichen Leben und damit in den christlichen Vereinigungen mit sich. Um weiter existieren zu können, schloß sich 1936 der katholische Arbeiterverein dem Knappenverein an. Die gemeinsame Tätigkeit beschränkte sich auf ein Minimum.

Alois Stumpf, Heimatschriftsteller und Schriftführer des Knappen - und Arbeitervereins, war es nach dem Kriege ein besonderes Anliegen, die Bruderschaft St. Barbara neu aufleben zu lassen. Immerhin betrug der Mitgliederstand zu dieser Zeit noch 131 Bergleute. Die französische Militärregierung vereitelte diesen Wunsch noch neun Jahre, so daß der Knappenverein erst wieder 1955 neu gegründet werden konnte. Anlaß der Wiedergründung war die Inbetriebnahme des Kraftwerks und der Grube St. Barbara.

Der Verein konnte nicht als rein katholische “Bruderschaft” entstehen, da mittlerweile auch evangelische Berg- und Hüttenarbeiter ihr Interesse am Beitritt zum Verein bekundeten. So kam es 1955 zur Gründung der “Bergknappen - Kameradschaft St. Barbara Bexbach. Im Gründungsjahr erfolgte die feierlichen Weihe der Barbara - Statue auf dem Kraftwerksgelände des Kraftwerks Bexbach durch Bischof Weber.

Bischof Weber nahm auch am 2. Juli 1961 die Weihe der neuen Vereinsfahne vor. Der Verein besteht, trotz Schließung der Grube St. Barbara in Jahre 1959, heute noch.

Im Jahre 1983 wurden erstmals Frauen des Vereins mit Uniformen ausgestattet. Während früher die Frauen bei Festzügen ihre Männer begleiten durften, um anschließend nur zuzuschauen, sollte ihre tatkräftige Hilfe und Unterstützung damit gelohnt werden, daß sie in schmucken Uniformen an den Festzügen nun teilnehmen konnten.

Die letzte Vereinsfahne von insgesamt vier Fahnen wurde im Jahre 1995 geweiht.

Im Glockenturm der Pfarrkirche St. Barbara Ober -  Bexbach wird eine Fahne der am 30. Mai 1904 ins Leben gerufen “St. Barbara - Bruderschaft für Berg- und Hüttenleute” aufbewahrt. Gegründet wurde der Verein vom damaligen Pfarrer Müller. Der Verein löste sich wahrscheinlich in der NS - Diktatur wie fast alle kirchlichen Vereine auf. Von seiner Tätigkeit ist kaum etwas bekannt.

Die Stadt Bexbach besitzt somit vier bergmännische Fahnen in ihren Gemeinden, drei in Bexbach - Mitte und eine in Ober - Bexbach.

Der Bergbau ist in Bexbach schon lange zum Stillstand gekommen. Dagegen lebt die bergmännische Tradition in der “Bergknappenkameradschaft St. Barbara”, die seit ihrer Wiedergründung im Jahre 1995 von den Vorsitzenden Alois Hirsch, Max Weller, Ludwig Frisch und Otto Klos geleitet wurde, weiter.