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Auszug aus der Chronik der St.Barbara-Erzbruderschaft 1855 Ottweiler

Am 02.Dezember 1855 wurde in Ottweiler von dem damaligen Pfarrer und Dechant Anton Johann Josef Hansen und 23 Berg-und Hüttenleute in der ehemaligen Gaststätte Harth in der Wilhelm-Heinrichstraße eine St.Barbara-Bruderschaft gegründet.Pfarrer Hansen legte am 21.Dezember 1855 dem Bischöflichen Generalvikariat in Trier zwei Exemplare der von ihm ausgearbeiteten Statuten mit der Bitte um Genehmigung vor. Bereits am 08.Januar 1856 überließ das Bischöfliche Generavikariat zu Trier Pfarrer Hansen ein Exemplar der genehmigten Statuten.der Bischof bekundete seinen Willen einige vollkommenen Ablässe beim Apostolichen Stuhl in Rom zu erwirken.

 

Mit Datum vom 14.Januar 1856 bat Pfarrer Hansen das Bischöfliche Generalvikariat zu Trier um Überlassung einer Reliquie der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Barbara aus dem Reliquinschatz des Domes zu Trier.Der Bitte Pfarrer Hansens wurde mit dem Schreiben vom 13.Februar 1856 entsprochenund am 03.März 1856 ging die Reliquie mit einer Urkunde in lateinischer Sprache in den Besitz der St.Barbara-Bruderschaft Ottweiler über.

 

Am 04.April 1856 unterrichtet Pfarrer Hansen das königliche Bergamt zu Saarbrücken Und Freifrau von Stumm zu Neunkirchen über die Einführung einer St.Barbara-Bruderschaft für Berg-und Hüttenleute in der Pfarrei Ottweiler.Das königliche Bergamt begrüßte in seiner Antwort vom 13.April 1856 die Bruderschaft trotz der Tatsache,daß in letzter Zeit Klagen über allerlei Ausschreitungen namentlich der jungen Bergmannsbevölkerung besonders häufiggeworden sind und esder Ansicht ist,daß in Kirche und Schule am wirksamsten solchen Übelständen entgegengewirkt werden könne.

 

Mit dem Schreiben vom 21.April 1856 teilt Pfarrer Hansen dem Bischöflichen Generavikariat zu Trier die feierliche Einführung der St.Barbara-Bruderschaft in Verbindung mit einer Fahnenweihe mit.Auf Ersuchen des Bischofs von trier vom 23.Mai 1856 an den Apostolischen Stuhl in Rom wurde Pfarrer Hansen am 10.August 1857 das Ablaß-Breve zugestellt.Am 18.Februar 1858 stellte Pfarrer Hansen an das Bischöfliche Generalvikariat zu Trier den Antrag,die

St.Barbara-Bruderschaft zu Ottweiler durch den Apostolischen Stuhl zu Rom zu einer Erzbruderschaft erheben zu lassen,im Jahre 1863 wurde dem entsprochen,seitdem Darf die St.Barbara-Bruderschaft Ottweiler sich Erzbruderschaft nennen.

 

Im Jahre 1897 zählte die St.Barbara-Erzbruderschaft 1855 Ottweiler 340 Mitglieder,der Einzugsbereich erstreckte sich auch auf die umliegenden Ortschaften,wie Ottweiler,Mainzweiler,Welschbach,Remmesweiler, Nieder-linxweiler,Steinbach.Hangard und Wiebelskirchen.

 

Schon in den ersten Jahren ihres Bestehens fand die St.Barbara-Bruderschaft in anderen PfarreienAnklang,so daß auch dort gleichartige Vereinigungen gegründet wurden.So entstanden in Neunkirchen zwei Bruderschaften,in Schiffweiler,Hüttersdorf,Tholey und Mittelbexbach,im Bistum Limburg in den Pfarreien Schöndorf und Dernbach sowie 1863 in Altenessen im Ruhrbistum.Das Wirkungsfeld der Bruderschaft breitete sich immer weiter aus so entstanden in den folgenden Jahren in immer mehr Pfarreien St.Barbara-Bruderschaften so in, Oberthal,Hasborn,Alsweiler,Marpingen,Thalexweiler,in Neunkirchen-Birkenfeld,Völklingen,Confeld,Limbach, Weiskirchen, Namborn,Peterswald an der Mosel,in Brotdorf,Wahlen und Scheuern,in Derlen,Friedrichsthal,in Gebhardshain und in Reimsbach.

 

Am 04.Dezember 1859 gründete Pfarrer Hansen auch einen konfessionslosen Knappenverein.Er nannte sich" Saarbrücker Knappenverein ".Er bestand aber nur einige Jahre und löste sich in den 70ziger Jahren wegen Mitglieder mangel wieder auf.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg schrieben Verantwortentliche der Ottweiler St.Barbara-Erzbruderschaft unter Vorsitz ihres Präses,dem Geistlichen Rat Anton Hironimi,die noch bestehenden Gemeinschaften an ,um auch deren Arbeit wieder zu reaktivieren.Etwa ab dem Jahre 1956 begann man das ursprüngliche Anliegen von Pfarrer Hansen aus dem Jahre 1855 wieder in die Tat umzusetzen.In Illingen wurde dann im Jahre 1958 eine Arbeitsgemeinschaft der St.Barbara-Bruderschaft im Bistum Trier gegründet.Dies Arbeitsgemeinschaft setzte sich aus 22 Mitgliedsvereinen zusammen.

Aber der Geistliche Rat Anton Hironimi und der damalige Geschäftsführer der Erzbruderschaft Kamerad Erich Schulz ruhten nicht bis auch die übrigen Knappen und Bergmannsvereine in einem größeren Verband zusammengeschlossen waren.So wurde nach einigen Querelen im Jahre 1969 in Neunkirchen ,im Bergmannsheim der Landesverband der Berg-Hütten.und Knappenvereine gegründet.In ihm sind bis heute über 80 Bergmanns,Bruderschaften und Knappenvereine zusammengeschlossen mit etwa 27 000 Mitgliedern,es ist der Mitgliederstärkste Landesverband im Bund Deutscher Bergmannsvereine.

 

Die St.Barbara-Erzbruderschaft 1855 Ottweiler hat zur Zeit 66 Mitglieder und davon tragen mit der Frauengruppe 16 Mitglieder die Bergmannstracht.Der Vorsitzende der St.Barbara-Erzbruderschaft 1855 Ottweiler ist seit 1991 der Kamerad Hans-Joachim Bär ,er ist auch gleichzeitig der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Bruderschaften und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes.

 

Glückauf in Christo Jesu