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Berg-, Hütten- und Knappenverein Überherrn

 

Am 26. Juli 1866 fanden sich in Überherrn Bergleute zusammen, um einen Verein mit stark sozial und religiös geprägtem Charakter und dem hohen Ziel, beim Tode eines Mitgliedes sich dessen Hinterbliebenen anzunehmen, zu gründen. Der Verein hieß “Katholischer Bergmannsverein Überherrn”.

 

Mit der wirtschaftlich günstigen Entwicklung des Bergbaus um die Jahrhundertwende, sicherlich auch wegen der Vergünstigung im Todesfall für Hinterbliebene, wurde der Verein sehr schnell mitgliedsstärkster Verein in der Gemeinde. Um der Geselligkeit Rechnung zu tragen, wurde alljährlich ein Bergmannsfest durchgeführt.

 

Ein herausragendes Fest fand im Jahre 1904 unter dem Vorsitzenden Johann Arnold (der lange Arnold) mit vielen auswärtigen Vereinen statt.

 

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde im Jahre 1914 unter dem Vorsitz von Johann Weiland das Fest der Fahnenweihe begangen. Das Fest fand in der “Sabelkaul” im Wald Rosch statt.

 

Unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkrieges fanden sich erneut Bergleute unter ihrem alten Vorsitzenden Johann Weiland zusammen, um das Erbe der Gründer in deren Geist weiterzuführen. Weiland wurde wieder Vorsitzender des Katholischen Bergmannsvereins Überherrn und blieb es bis zu seinem Tod im Jahre 1926. Als sein Nachfolger wurde Mathias Wenner noch im gleichen Jahr gewählt.

 

Anfang der 30er Jahre übernahm Otto Dorn die Vereinsführung. Er bemühte sich um ein gutes Verhältnis mit den Vereinen über die Grenze hinweg. Es begannen nun die Schwierigkeiten der katholischen Vereine diesseits der Grenze, die nicht in das Bild des sich anbahnenden Regimes paßten und daher stillgelegt wurden.

 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges mußte sich der Verein  neu formieren. Bestrebungen einzelner Mitglieder, das Wort “Katholischer” aus dem Vereinsnamen zu streichen, fiel auf wenig Gegenliebe, und der Verein begann mit neuen Impulsen, unter dem alten Namen “Katholischer Bergmannsverein Überherrn” seine Ziele zu verfolgen. Das Hauptziel des Vereins war, die Bergmannstradition zu erhalten und zu fördern. Hierzu stellte man sich folgende Aufgaben:            - jährliche Durchführung der Barbarafeier

                                    - gemeinsamer Kirchgang am Kirmesmontag

                                    - Teilnahme an der Fronleichnamsfeier

                                    - jährliche Durchführung einer Weihnachtsfeier

                                    - Teilnahme und Kranzniederlegung bei der Beerdigung eines                                           verstorbenen Mitgliedes

                                    - regelmäßiger Besuch von in - und ausländischen Bergmannsfesten.

Mit dem Neubeginn wurde Mathias Wenner jun. für kurze Zeit 1. Vorsitzender. Im Jahre 1949 übernahm Grubenfahrsteiger August Rosch für ein Jahr den Vorsitz.

 

Unter der Leitung von Josef Ley, der vier Jahre 1. Vorsitzender war, und unter dem Protektorat von Ministerpräsident Johannes Hoffmann wurde am 5. und 6. Juli 1953 das 85jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe durchgeführt. An diesem Fest, das von der Presse als “Volksfest ersten Ranges” bezeichnet wurde, nahmen 28 französische und saarländische Bergmannsvereine teil.

 

Adolf Paquet, der sich um die zu Beginn der 50er Jahre gegründete Theatergruppe verdient gemacht hatte, wurde im Jahre 1954 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Das Nachfolgeamt von Adolf Paquet trat Johann Altmeyer an. In seine Amtszeit fiel das 90jährige Stiftungsfest im Jahre 1958, das in Anwesenheit des saarländischen Ministerpräsidenten Dr. Franz-Josef Röder gefeiert wurde.

 

Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm im Jahre 1962 Adolf Bauerfeld. Ihm oblag die Ausrichtung des 100jährigen Bestehens des Katholischen Bergmannsvereins Überherrn in der Zeit vom 11. bis 13. Juni 1966. Schirmherr dieses Festes war der Überherrner Bürgermeister und saarländische Wohnungsbauminister Helmut Bulle.

 

Am 9. September 1962 wurde die vom Kölner Bildhauer Hölzel geschaffene Barbara - Statue feierlich zur Bonifatius - Kirche gebracht, in der sie einen Ehrenplatz einnimmt.

 

Gerhard Rieslinger übernahm im Jahre 1969 den Vorsitz des Vereins.

 

Der wirtschaftliche Rückgang im Bergbau wirkte sich auch nachteilig auf die Mitgliederzahl des Katholischen Bergmannsvereins Überherrn aus. In die gleiche Zeit fiel die Entstehung der Wohnstadt, durch die neben den Bergleuten viele Hüttenleute angesiedelt wurden. Es lag also nahe, auch den Hüttenleuten den Beitritt zum Verein zu ermöglichen. Durch Generalversammlungsbeschluß vom 18. Januar 1982 nannte sich der Verein fortan “Berg-, Hütten- und Knappenverein Überherrn”. Aufgrund einer Satzungsänderung in gleicher Generalversammlung wurde den Mitgliedsfrauen und Witwen der Mitglieder ebenfalls der Beitritt zum Verein ermöglicht.

 

Im Festjahr des 125jährigen Bestehens, das am 30. und 31. Mai 1992 gefeiert wurde, zählte der Verein 101 Mitglieder.

 

Vorsitzender Egon Haas pflegt ein gutes Verhältnis zu den Brudervereinen diesseits und jenseits der Grenze. Vor allem aber ist er um eine gute Freundschaft mit den Bergleuten der Partnerstadt L’Hopital bemüht und leistet damit einen Beitrag zur Partnerschaft zwischen L’Hopital und Überherrn.