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Bergmannsverein St. Barbara Roden

 

Im Stiftungsverzeichnis des Lagerbuches 1850 der Pfarrei Maria Himmelfahrt Roden ist eine handschriftliche Eintragung von Pfarrer Philipp Thirion folgenden Inhaltes zu lesen: “Am 22. November 1864 stifteten die Bergleute von Roden ein Segenamt mit Orgelbekleitung. Das Stiftungskapital betrug 50 Taler. Das Amt sollte gehalten werden am Donatusmontag, zu Ehren des Hl. Donatus und der Hl. Mutter Gottes.”

Die Stiftungsnotiz, aus der die Verehrung des heiligen Donatus und nicht der heiligen Barbara hervorgeht, läßt vermuten, daß noch kein vereinsmäßiger Zusammenschluß der Bergleute bestand. Dieser läßt sich nicht exakt bestimmen, da keine aktenmäßigen Unterlagen vorhanden sind. Die mündliche Überlieferung durch ältere Mitglieder nennt das Jahr 1871 als Gründungsjahr.

 

Dank einer weiteren Notiz im Lagerbuch 1850 ist bekannt, daß die Rodener Bergknappen 1886 eine Fahne erhielten. Es gibt leider keine Unterlagen wie Protokolle, Mitgliederverzeichnisse, Kassenbücher oder Programme mehr, aus denen die Vereinsgeschichte abgeleitet werden könnte. Aus mündlichen Überlieferungen ist jedoch bekannt, daß der Erste Weltkrieg (1914-1918) das Vereinsleben völlig zum Erliegen brachte.

 

Im Jahre 1919 erfolgte eine Wiedergründung, bei der Peter Hoffmann den Vorsitz übernahm. Er wurde von Bi Pauly in seinem Amt als 1. Vorsitzender abgelöst.

 

Die Vereinsarbeit hatte sich bald normalisiert, und man konnte 1931 das Fest des 60jährigen Bestehens feiern.

 

Nach der Rückführung des Saargebietes aus französischer Herrschaft wurde der Verein im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung aufgelöst und der DAF (Deutsche Arbeiter Front) zugeführt. Zu dieser Zeit hatte der Bergmannsverein etwa 40 Mitglieder, und Hans Gier führte den Verein.

 

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges erfolgte im Jahre 1947 die zweite Wiedergründung. Wiederum nahm “Paulys Brieda” als 1. Vorsitzender das Vereinssteuer fest in die Hand. Ihm folgten in der Vereinsleitung Matthias Konter, Paul Loch, Alfons Balg, Hans Ressing, Günter Diwo, Hans Merten, Willy Huberty und Harald Sonntag.

 

Beim Eintritt in das achte Jahrzehnt zählte der Verein 135 Mitglieder. Im Rahmen der 80-Jahrfeier vermerkt das Protokoll des gelungenen Festes “keine Schulden”.

 

Ein Meilenstein in der Geschichte des Bergmannsvereins, der Ende des Jahres 1970 177 Mitglieder aufweisen konnte, war das am 5., 6. und 7. Juni 1971 begangene Fest des 100jährigen Bestehens, in das die Weihe einer Fahne eingebunden war.

 

In das Jahr 1974 fällt die Gründung einer Frauengruppe, die sich zunächst aus den Frauen der Vorstandsmitglieder rekrutierte. Mittlerweile ist die Frauengruppe, die aus 20 Mitgliedern besteht und von Luise Kuhn geleitet wird, aus dem Vereinsgeschehen des Bergmannsverein St. Barbara Roden nicht mehr wegzudenken.

 

Unter der Regie von Willy Huberty, der 18 Jahre 1. Vorsitzender war, wurden drei bedeutende Stiftungsfeste, nämlich das 110-, 115- und das 120jährige, gefeiert.

 

Seit der Gründung des Stadtverbandes der Berg- und Hüttenarbeiter Saarlouis im Jahre 1974 gehört der Bergmannsverein Roden dieser Dachorganisation an.

Einen von der Grube Duhamel gestifteten Kohlewagen konnte der Bergnmannsverein St. Barbara Roden am Barbara-Tag 1988 vor der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Roden aufstellen.

 

In Gemeinschaft mit der Ortsgruppe der IG-Bergbau wurde vom Bergmannsverein am Barbara-Tag 1994 im Gasthaus “Zum Kornkasten” in Roden eine St. Barbara-Statue aufgestellt. Als Begegnungsstätte wird hier jährlich am Tage der Schutzpatronin St. Barbara eine Matinee der Rodener Bergleute durchgeführt.

 

230 Mitglieder zählte der Verein im Jahre 1996, dem Jahr seines 125jährigen Bestehens. Die Festlichkeiten zu diesem Anlaß fanden am 18. und 19. Mai 1996 statt. Unter der Patenschaft von Landrat Dr. Peter Winter war in die Feierlichkeiten zum Stiftungsfest das Aufstellen einer Seilscheibe vor der Kulturhalle Roden eingebunden.

 

Der Bergmannsverein St. Barbara Roden nimmt rege an den Treffen und Festen der Bergmannsvereine auf nationaler und internationaler Ebene teil.

 
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