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Berg- und Hüttenarbeiterverein Reimsbach - Oppen

 

Es waren 24 Bergleute der beiden Pfarrorte Reimsbach und Oppen,  welche die Idee der bestehenden Bruderschaft und Knappenvereine aufgriffen und am 19. Januar 1880 einen Verein gründeten.

 

Bereits im Jahre 1883 wurde die erste Vereinsfahne angeschafft.

 

In den ersten Jahren der Vereinsgeschichte traf den Ort ein schwerer Schicksalsschlag. Eine Schlagwetterexplosion ereignete sich in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1885 auf der Grube Camphausen und forderte 51 Todesopfer. 13 Bergleute aus Reimsbach und Oppen waren unter den Toten zu beklagen. In einem Bericht des Heimatkundevereins, geschrieben von Albert Kreutz im Jahrbuch 1959, werden diese dramatischen Tage in Erinnerung gebracht: “Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde auch im Haustadter Tal. Die Bevölkerung war in heller Aufregung, denn die meisten Väter und Söhne waren auf der Grube beschäftigt. Qualvolle Stunden vergingen, bis man Einzelheiten erfuhr... Vier Tage nach der Katastrophe konnten die Opfer geborgen werden... In der Nähe des Bergungsortes fand man einen Waggon, hier war mit Kreide aufgezeichnet: “Heute morgen um 8. 00 Uhr waren wir noch am Leben”. Somit starben die Opfer von Reimsbach den Erstickungstod erst einen Tag nach der Explosion, die so gewaltig war, daß die Flammen zum Schacht herausschlugen. Am 22. März, als in anderen Städten und Dörfern der 29. Geburtstag Kaiser Wilhelm I. gefeiert wurde, sah man im Haustadter Tal keine lachenden Gesichter und hörte kein lautes Wort. Ohne jede Feierlichkeit wurde den Kindern der traditionelle Kaiser - Weck überreicht. Gegen 10.00 Uhr zogen in einem unübersehbaren Trauerzug die Talbewohner - insbesondere die Bergleute - zur Hargarter Kreuzung, um den Opfern der furchtbaren Katastrophe das Geleit in die Heimat zu geben. Reimsbacher Fuhrleute waren am Tag zuvor nach Camphausen gefahren, um die Überführung vorzunehmen. Über und über mit Blumen und Kränzen bedeckt und eskortiert von Knappen in Bergmannstracht und an jedem Wagen eine brennende Grubenlampe, so fuhren sie in zehn Stunden von der Unglücksgrube in die Heimatgemeinde. Einen Tag noch wurden die Toten in den Häusern aufbewahrt.”

 

Ein wichtiges Monument, das die Gemeinde den Verunglückten erstellt hat, ziert die Grabstätte, die bis heute noch gepflegt und gärtnerisch gestaltet wird. Bemerkenswert ist, daß auf der Totentafel sieben Namen verzeichnet sind, die auch als Gründer des Vereins im Statutenheft von 1880 aufgeführt wurden.

 

Ein Quittungsbuch des Bergmanns Matthias Braun aus dem Jahre 1896 weist für diese Zeit Peter Engel als Vorsitzenden aus.

 

Wohl bedingt durch die Entwicklung der Mitgliederzahlen, kam es im Jahre 1905 zu einer Neuorganisation, wobei der Verein auch umbenannt wurde mit der Bezeichnung “Katholischer Bergmannsverein zu Reimsbach - Oppen”. Johann Minas stand zu dieser Zeit dem Verein als Erster Vorsitzender vor. 34 Jahre führte er seine Amtsgeschäfte.   

 

Die Jahre des Ersten Weltkrieges 1914/1918 brachten erhebliche Einschränkungen in der Vereinsarbeit. Ein großer Teil der Mitglieder wurde zum Kriegsdienst herangezogen, und so mancher mußte darin sein Leben opfern.

 

In den Jahren nach diesem Kriege kam der Verein wieder zu einer raschen Aufwärtsentwicklung, und seine Mitgliederzahl wuchs auf über 200 an.

Als freudiges Vereinsereignis konnte im Jahre 1993 die Weihe einer neuen Fahne gefeiert werden.

 

Eine schwierige Zeit erlebte der Verein Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre, als die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse zur Arbeitslosigkeit vieler Beschäftigten, auch im Bergmannsberuf, führten.

 

Nach Beendigung dieser Krisenzeit wurde die Vereinsarbeit wieder für kurze Zeit aktiver, kam aber dann während des Zweiten Weltkrieges fast ganz zum Stillstand.

 

Bedingt durch die politischen Verhältnisse nach dem verlorenen Kriege, die einen wirtschaftlichen Anschluß des Saarlandes an Frankreich zur Folge hatten, wurde der Aufbau des Industriezweiges Kohle sehr zügig betrieben, und neben den Knappen, die ihren Beruf wieder aufnehmen konnten, versuchten nun auch viele “Neulinge” das edle “Berghandwerk” auszuüben.

 

Die Bemühungen zur Neugründung des Bergmannsvereins setzten bald ein, als das von der Besetzungsmacht erlassene Verbot für Vereinsgründungen gelockert wurde. Am 7. August 1949 konnte sich der fast 70jährige Verein neu konstituieren. Zum Vereinslokal wurde das Gasthaus Schweitzer gewählt. Der Verein versuchte nun durch verschiedene Aktivitäten und Angebote, wie Durchführung von Familienabenden und Ausflügen, Besuche bei Kameradschaftsvereinen, Theaterabenden und Tanzabenden das Vereinsleben und die Kameradschaftlichkeit zu fördern.

 

Im Jahre 1953 zählte der Verein 187 Mitglieder. Johann Schmitt führte seit Wiedergründung den Vorsitz des Vereins. Er gab sein Amt 1953 an Klaus Krämer weiter.

 

Im Jahre 1956 zählte der Verein über 200 Mitglieder.    

 

Infolge der Rezession im Bergbau und der damit verbundenen rückläufigen Mitgliederzahlen, wurden Überlegungen zur Aufnahme von Hüttenleuten immer häufiger angesprochen. Josef Scherr übernahm im Jahre 1958 die Vereinsführung, um sie dann wieder im Jahre 1964 an Klaus Krämer zurückzugeben.

 

Der bereits 1958 gefaßte Beschluß zur Aufnahme von Hüttenarbeitskollegen wurde 1969 in die Tat umgesetzt, und 37 Hüttenleute traten dem Verein bei. Die Mitgliederzahl stieg hierdurch auf 184 an. Als Folge dieser Neuorientierung nannte sich der Verein “Berg- und Hüttenarbeiterverein Reimsbach - Oppen”.

 

Die Generalversammlung vom 16. Januar 1970 brachte einen Wechsel in der Vereinsführung. Valentin Adrian wurde zum Ersten Vorsitzenden gewählt. In seiner Amtszeit blieb die Mitgliederzahl mit 180 Berg- und Hüttenleuten ziemlich konstant.

 

Das Fest des 100jährigen Bestehens, das in der Zeit vom 7.  bis 8. Juni 1980 gefeiert wurde, ist den Bürgern von Reimsbach - Oppen heute noch in guter Erinnerung .    

 
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