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Berg - und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Morscholz

 

Eine handschriftliche Chronik des Berg - und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Morscholz aus dem Jahre 1912, verfaßt vom damaligen Schriftführer Jakob Barbian, beinhaltet folgenden Wortlaut:

 

“Im Jahre 1890 wurde unter Mitwirkung des selg. Herrn Pastor Chr. Dietz unter den Berg- und Hüttenleuten die St. Barbara - Bruderschaft, verbunden mit einer Sterbekasse der Ortschaften Confeld, Steinberg, Morscholz, Rappweiler und Zwalbach, gegründet. Am 18. Mai 1891 wurden die Statuten verfaßt. Anwesend waren 29 Mann. Am 4. August 1891 wurden diese Statuten von der Königlichen Regierung bestätigt. Der Name des Vereines war “Bergmannssterbekasse der Pfarrei Confeld”. Mit dem Verein verbunden war die St. Barbara - Bruderschaft. Die erste Mitgliederzahl betrug 29 Mann. Als Eintrittsgeld wurden damals erhoben bis 25 Jahre 3 M., bis 30 Jahre 4 M., bis 45 Jahre 5 M.. Das Sterbegeld betrug 60 M.. Mit der ersten Verfassung bestand der Verein bis zum 4. Mai 1902. Laut einer Verfügung der Kgl. Regierung sollte der Verein einen Reservefond auf eine der Kgl. Regierung unterstellten Sparkasse festgelegt werden. Die Höhe des Fonds sollte 10 M. pro Mitglied betragen. Diesen Reservefond hätte der Verein bei Sterbefällen nicht angreifen dürfen. Man beschloß daher, die Sterbekasse aufzulösen. Der Kassenbestand wurde unter die Mitglieder verteilt, am 24. August 1902, unter Aufsicht des Herrn Bürgermeister Wedewer aus Weiskirchen. Das ausbezahlte Geld wurde wieder zusammengelegt und der Verein unter dem Namen Barbarabruderschaft weitergeführt. Bei einem Sterbefall wurde den Hinterbliebenen 60 M. als Geschenk ausbezahlt. Auch wurden nun Statuten verfaßt, welche bis zum 28. Dezember 1908 Geltung hatten. Am 28. Dezember 1908 waren die Mitglieder von den Filialen, bis auf 19 Mann, welche jetzt noch dem Verein angehören, ausgeschieden, deshalb erfolgte die Veränderung im Verein. Der Namen Barbarabruderschaft fiel weg, und der Verein führte fortan den Namen “Bergmannsverein Konfeld”. Auch wurden die jetzigen Statuten verfaßt. Die Mitgliederzahl betrug bei der Gründung             1891 = 29 Mann

                                                1892 + 93 = 34 Mann

                                                1894 = 37 Mann

                                                1895 = 47 Mann

                                                1896 = 59 Mann

                                                1899 = 76 Mann

                                                1900 = 77 Mann.

Im Jahre 1908 hatte der Verein die höchste Mitgliederzahl 79 Mann. Als Präses stand der Pastor von Konfeld dem Verein vor. Erster Stellvertreter war Joh. Görgen aus Morscholz von 1896 - 97. Dann folgten: Jak. Leidinger aus Rappweiler 1897 - 98, Pet. Spanier, Konfeld 1898 - 1901, Matth. Thomas, Rappweiler 1901 - 1902, Joh. Görgen, Morscholz 1902 - 1906, Nik. Leidinger, Morscholz 1908 - 1910, Pet. Wernstein, Konfeld 1910 - 1912.

Als Beiträge wurden erhoben 1891 + 92 monatlich 1 M., 1893 + 94 monatlich 0,50 M., von 1895 bis heute 0,25 M.. Die Fahne des Vereins stammt aus der Fahnenfabrik von Broml & Wefers aus Luxemburg. Die Kosten 363,50 M. einschließlich der 4 Schärpen. Eingeweiht wurde die Fahne am 24. Juni 1891 an Kirmessonntag durch Pastor Dietz. Es waren 10 Vereine erschienen. Dabei waren die Vereine St. Wendel, Wadern, Wadrill, Weiskirchen, Losheim, Nunkirchen und Buweiler.

 

                                                Confeld, den 1ten August 1912

                                                Der Schriftführer

                                                gez. Jak. Barbian”

 

Im Jubiläumsjahr des Landkreises Merzig - Wadern feierte der Berg- und Hüttenarbeiterverein Morscholz vom 3. bis 5. August 1991 sein 100jähriges Bestehen. Unter dem Vorsitz von Toni Heckmann entwickelt der Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Morscholz rege Vereinsaktivitäten, die aus dem Ortsgeschehen von Morscholz nicht mehr wegzudenken sind.

 
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