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Katholischer Bergmannsverein Marpingen

 

Unter der Benennung “Bergmanns-Sterbe-Kasse” wurde im Jahre 1867 von Bergleuten ein Verein gegründet, der den Zweck der Unterstützung bei Sterbefällen der Mitglieder verfolgte. Noch im gleichen Jahr gab sich der Verein Statuten, die am 19. April 1867 von der Abteilung des Innern der “Königlichen Regierung zu Trier” genehmigt wurden.

 

Der Zusammenschluß der Marpinger Bergleute stellte einen Akt der Selbsthilfe dar. Beim Sterbefall eines Vereinsangehörigen hatten die Mitglieder einen bestimmten Geldbetrag zu entrichten, der dann an die Hinterbliebenen ausbezahlt wurde. Das Sterbegeld war laut Statuten auf 30 Thaler = 90 Mark festgelegt. Daß der Verein zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen schnell Anklang fand, beweist die Zahl von 100 Mitgliedern im Jahre 1869.

 

Bis zum Jahre 1872, ein Jahr nach dem “Deutsch-Französischen Krieg”, als die erste Vereinsfahne angeschafft wurde, zählte der Verein bereits 180 Mitglieder. Am Fest der zweiten Fahnenweihe, im Jahre 1896, hatte die “Bergmanns-Sterbe-Kasse” fast 300 Vereinsmitglieder zu verzeichnen.

 

Nach der dritten Fahnenweihe im Jahre 1900, die wie die früheren Fahnenweihen mit großen Festlichkeiten verbunden war, ging der erste Abschnitt der Vereinsgeschichte zu Ende.

 

Eine endgültige Auflösung der “Bergmanns-Sterbe-Kasse” erfolgte im Jahre 1905. Sie hatte aber zugleich die Gründung des “Katholischen Bergmannsvereins Marpingen” am 5. Februar 1905 zur Folge. Der Mitgliederstand bezifferte sich bei der Gründung auf 489 Bergleute.

 

Bis zum Ersten Weltkrieg waren die Mitglieder verpflichtet, bei allen religiösen und weltlichen Anlässen im “Bergkittel” mit Bergmannsmütze zu erscheinen. Dieses strenge Reglement wurde später aufgehoben und bezog sich nur noch auf den Vereinsvorstand und die Fahnenträger.

 

Das Bekenntnis zum Berufsstand und die Entwicklung einer besonderen Bergmannstradition hatten die Bergleute zu eigenständigen Kulturträgern werden lassen. So hatte auch der Katholische Bergmannsverein Marpingen nach dem Ersten Weltkrieg eine fruchtbare Weiterentwicklung zu verzeichnen.

 

Bei dem 1927 veranstalteten großen Bergmannstreffen, verbunden mit einer Fahnenweihe, zählte der Verein schon über 600 Mitglieder (aktive Bergleute und Witwen verstorbener Bergleute).

 

Einer drohenden Auflösung des Bergmannsvereins in der zweiten Hälfte der 30er Jahre entkam der Verein durch rechtzeitigen Anschluß an eine Lebensversicherungsgesellschaft.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte der Katholische Bergmannsverein Marpingen sich wieder selbständig und konstituierte sich erneut in alter Form und Stärke.

 

Im Jahre 1952, als der Verein 700 Mitglieder zählte, feierte man großangelegt das Fest einer erneuten Fahnenweihe.

 

Als Gedenk- und Verehrungsstätte für die in Ausübung ihres gefahrvollen Berufes verunglückten Bergleute ist im Jahre 1866 auf dem “Exelberg” ein Kreuz errichtet worden. Dieses Ehrenkreuz zu pflegen ist für die Bergleute von Marpingen eine Ehrensache. So wurden die Anlagen, das Kreuz und seine Überdachung in den Jahren 1932, 1951 und 1959 erneuert und verschönt. Als sichtbares Zeichen des Dankes haben die Bergleute von Marpingen am Stamm des Kreuzes eine Statue der heiligen Barbara aufgestellt. Neben der Statue der heiligen Barbara steht der Turm, in dem sie eingesperrt Zeugnis von ihrem Glauben ablegte.

 

Die Errichtung des ersten Bergmannskreuzes setzt einen festen Stamm von Bergleuten in der seinerzeit 1.200 Einwohner zählenden Gemeinde voraus. Dabei handelt es sich wohl um die Männer, die ursprünglich als Zeichen ihres Berufsstandes den Schachthut trugen und daher bei ihren Auftritten als “Hutverein” bezeichnet wurden. Die Vereinigung ging ein Jahr nach der Aufstellung des Kreuzes in den neu gegründeten Verein “Bergmanns-Sterbe-Kasse” über.

 

Das erste Bergmannskreuz war nach über 100 Jahren in baulich bedenklichem Sicherheitszustand und wurde deshalb vom Katholischen Bergmannsverein Marpingen nach seinem 100jährigen Jubiläum durch das jetzige Hochkreuz ersetzt. Das Monument besteht aus einem pfälzischen Rotsandstein. Seine künstlerische Gestaltung ist das Werk des Bildhauers Konrad Recktenwald.

 

Seit 1982 zieren eine Seilscheibe mit Förderseil und Kohlewagen die Anlage um die Gedenkstätte.

 

Einen großen Rahmen nahm die 120Jahrfeier des Katholischen Bergmannsvereins Marpingen in der Zeit vom 25. bis 27. Juli 1987 ein. In Verbindung mit dem 7. Landesverbandstreffen Saar der Berg-, Hütten- und Knappenvereine  wurde das 120jährige Bestehen unter Teilnahme von 50 Gastvereinen gebührend gefeiert.

 

Dem Katholischen Bergmannsverein Marpingen, dem Hans Recktenwald als 1. Vorsitzender vorsteht, gehören seit einigen Jahren Mitglieder anderer Berufsgruppen, in der Hauptsache Hüttenleute, an.

 
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