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Berg-, Hütten- und Arbeiterverein Konfeld

 

Eine Gruppe von Berg- und Hüttenarbeitern sowie Pastor und Schulrat Christian Dietz fanden sich am 26. Dezember 1890 zusammen und gründeten den Bergmannsverein St. Barbara-Bruderschaft Confeld. Pastor Dietz nutzte die Gündung der Bruderschaft, um alle Berg- und Hüttenarbeiter seiner Pfarrei, der die Orte Confeld, Rappweiler, Zwalbach, Steinberg und Untermorscholz angehörten, zusammenzuführen, und neben der Pflege der berg- und hüttenmännischen Tradition religiöse Zwecke zu verfolgen.

 

27 Mitglieder zählte die neue Bruderschaft, als auf einstimmigen Beschluß am 18. Mai 1891 die erste Vereinssatzung angenommen und am 4. August 1891 vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz genehmigt wurde. Noch im gleichen Jahr, am 20. Juni 1891, dem Fest des Schutzpatrons der Arbeiter, des heiligen Johannes des Täufers, wurde die erste Vereinsfahne, die zu einem Preis von 363,50 Mark, einschließlich vier Schärpen, angeschafft wurde, eingeweiht.

 

Die strengen Regeln der Vereinssatzung machte es den Mitgliedern zur Pflicht, bei der Beerdigung eines Mitgliedes anwesend zu sein. Bei Nichtanwesenheit wurde ein Strafgeld von 2,- Mark erhoben. Gleiche Regelung galt für das Fernbleiben von den Generalversammlungen.

 

Durch die Gründung neuer Berg- und Arbeitervereine in den einzelnen Orten der Pfarrei Confeld schlossen sich immer mehr Hüttenarbeiter den neuen Vereinen an, wodurch die “St. Barbara-Bruderschaft Confeld” im Jahre 1908 einen Rückgang von 19 Mitgliedern zu verzeichnen hatte. Die verbliebenen 54 Mitglieder setzten sich aus 35 Confeldern, vier Rappweilerern, sieben Steinbergern, drei Untermorscholzern und fünf Zwalbachern zusammen. Der Mitgliederschwund der Hüttenleute in der “St. Barbara-Bruderschaft Confeld” führte zu der Namensänderung “Bergmannsverein Confeld”.

 

Ein Kirchenfenster, das der Bergmannsverein Confeld der Kirche 1909 zum Preis von 450,- Mark stiftete, hat zwei Weltkriege überstanden und ist heute noch in der Pfarrkirche Konfeld, rechts neben der Empore zu sehen. Das Motiv des Fensters zeigt “Jesus, den guten Hirten” und trägt die Inschrift. “Gestiftet von der St. Barbara-Bruderschaft Confeld 1909”. Da diese Inschrift noch den Namen “St. Barbara-Bruderschaft” trägt, ist zu vermuten, daß die Bestellung und Anfertigung des Fensters noch vor der Namensänderung erfolgte und nicht mehr rückgängig zu machen war.

 

Zur Aufbesserung der Vereinskasse wurde 1911 eine Theatergruppe gegründet. Bei Eintrittspreisen von 1,50 Mark für Erwachsene und 0,25 Mark für Kinder hatte man hiermit eine lukrative Einnahmequelle gefunden.

 

Infolge der einsetzenden Inflation im Jahre 1922 und der damit verbundenen rückgängigen Kaufkraft faßte man 1923 den Beschluß, die Monatsbeiträge in Franken zu kassieren, um somit die Auszahlung von Sterbegeldern zu ermöglichen.

 

Der 7. Mai 1929 war für den Bergbau im Saargebiet ein schwarzer Tag. 1.400 Bergleute wurden von der unter französischer Verwaltung stehenden Grubenleitung der saarländischen Gruben entlassen, darunter 12 Bergleute des Bergmannsvereins Confeld. Die Arbeitslosigkeit stieg in dieser Zeit in Deutschland auf über sechs Millionen, und eine Notverordnung folgte der anderen. Hiervon war auch der Bergmannsverein Confeld betroffen, so daß die Aufzeichnungen des Vereinslebens am 11. Februar 1934 endeten.

 

Eine erste Erwähnung der Wiederaufnahme der Vereinsgeschäfte findet sich in der Chronik mit Datum vom 19. Oktober, als ein Vermögensbestand von Präsesstock, Stempel mit Kissen, Trauerschleife für die Fahne, Schweif, Fahnenhalter, drei Vereinsbüchern und vier Schärpen nachgewiesen wurde.

 

Am 26. Oktober 1947 wurde der Verein unter dem Namen “Bergmannsverein St. Barbara-Bruderschaft” neu gegründet.

 

Eine neue Vereinsfahne, die die Inschrift trug: “Trennung unser Los - Wiedersehen unsere Hoffnung”, wurde am 25. Mai 1952 eingeweiht. Das Protektorat der Einweihungsfeierlichkeiten hatte der Ministerpräsident des Saarlandes, Johannes Hoffmann, übernommen. Auf Beschluß der Generalversammlung vom 11. Januar 1953 wurde Ministerpräsident Johannes Hoffmann zum Ehrenmitglied des Bergmannsvereins St. Barbara-Bruderschaft Konfeld ernannt.

 

Ab dem 9.März 1956 ermöglichte man den Hüttenleuten den Beitritt zum Verein und  nannte sich fortan “Berg- und Hüttenarbeiterverein Konfeld”. Der Verein zählte zu dieser Zeit 40 Berg- und 28 Hüttenleute.

 

In der Versammlung vom 22. Mai 1960 wurde der langjährige 1. Vorsitzende, Nikolaus Görgen, zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

 

Die Öffnung des Berg- und Hüttenarbeitervereins für andere Berufe beschloß die Generalversammlung vom 28. Januar 1979. Der Verein änderte folglich ab diesem Beschluß seinen Namen in “Berg-, Hütten- und Arbeiterverein Konfeld”.

 

Einen Höhepunkt in der Geschichte des Berg-, Hütten- und Arbeitervereins Konfeld stellte das Fest der Einhundertjahrfeier im Jahre 1990 dar. Eigens zu diesem Fest ließ der Verein die Barbara-Statue der Pfarrkirche Konfeld restaurieren. Einen ehrenvollen Platz in der Pfarrkirche zu Konfeld nimmt die erste Fahne des Arbeitervereins aus dem Jahre 1895 ein, die im Jahre 1995 für 5.000,- DM neu restauriert wurde.

 

Der Berg-, Hütten- und Arbeiterverein Konfeld, dem Matthias Brutscher als Präsident vorsteht, gehört der “Union Europäischer Knappenvereine” und dem “Landesverband Saar der Berg-, Hütten- und Knappenvereine” als Mitglied an.

 
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