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Bergmannsverein Hüttigweiler

 

Am 17. und 18. August 1996 feierte der Bergmannsverein Hüttigweiler sein 100jähriges Vereinsjubiläum. Manch einen mag diese Zahl überraschen, wurde der Verein  doch erst am 4. Dezember 1955 offiziell gegründet, richtiger ausgedrückt “neugegründet”. Die damals 206 Gründungsmitglieder wußten um die Existenz einer weitaus früheren Vereinigung von Bürgern der Gemeinde Hüttig-Rassweiler mit dem Ziel der Traditions- und Brauchtumspflege des Bergmannsstandes und der Pflege der Geselligkeit.

 

Im Jahre 1990 entdeckte man bei Renovierungsarbeiten im Pfarrhaus Hüttigweiler zufällig ein Relikt und Zeugnis für den “alten” Verein: die Vereinsfahne. Sie befand sich in einem desolaten Zustand und wurde mit großer Sorgfalt und handwerklichem Können restauriert. Die Fahnenvorderseite zeigt den Schriftzug: “Berg-Knappen Glück auf Hüttig-Rassweiler” mit den Jahreszahlen 1896 und 1939 und dem Bergmannsemblem Hammer und Schlägel. Auf der Fahnenrückseite ist das Bildnis der heiligen Barbara mit dem toten Bergmann und dem Schriftzug “HLG BARBARA BITTE FÜR UNS” zu sehen. Bei der Jahreszahl 1896 dürfte es sich um das Gründungsjahr des Vereins gehandelt haben. Bei der Zahl 1939 handelt es sich um das Jahr der Fahnenweihe. Da sich der 1955 neugegründete Verein zur Fortführung des Brauchtums und der Tradition des ursprünglichen “Berg-Knappen-Vereins” verpflichtet versteht, ist diese Vereinsfahne Beweis für das Bestehen der Vereinigung seit 1896.

 

Der Musikverein Hüttigweiler kann als Initiator der Neugründung des heutigen Bergmannsvereins angesehen werden. Rund 70 Prozent der damals aktiven  Musiker waren selbst Bergleute. So lud man nach Absprache mit dem Vorstand die Hüttigweiler Bergleute am Barbaratag 1954 zu einer gemeinsamen Feier ein. Der Entschluß wurde gefaßt, einen Bergmannsverein zu gründen, um somit den Namenstag der Schutzpatronin jedes Jahr in feierlichem Rahmen begehen zu können. Kurz vor dem 4. Dezember 1955 gab Pastor Schenk von der Kanzel bekannt, daß am Barbaratag der Bergmannsverein Hüttigweiler gegründet werden sollte. Nach seinem Vorschlag formierte sich am 4. Dezember 1955 ein Zug von Bergleuten nebst Musikkapelle und bewegte sich zum Gasthaus Peter Weiskircher (Rassweiler). Eine Aufnahmeliste wurde durchgereicht, und von 220 anwesenden Bergleuten trugen sich 206 als Mitglieder in die Liste ein. Der Bergmannsverein war damit gegründet. Schon zwei Wochen danach fand die erste Generalversammlung im Gasthaus Jägerheim statt. Vereinsvorsitzender wurde Felix Maurer.

 

Nachdem sich der junge Verein nach innen wie nach außen gefestigt hatte, entschloß sich der Vorstand, eine eigene Fahne anfertigen zu lassen. Die Kosten beliefen sich auf rund 6.000 DM. Ebenso erhielten verschiedene Mitglieder eine Bergmannstracht mit dazugehörender Mütze. Bei Beerdigungen begleiten Männer des Bergmannsvereins Hüttigweiler in diesem Ornat verstorbene Kumpel zu ihrer letzten Ruhestätte. Die Tracht findet bei festlichen, feierlichen und traurigen Anlässen ihre Verwendung.

 

Eine Vereinsfahne wurde am 15. August 1963, am Tag “Maria Himmelfahrt”, durch Pastor Schenk eingeweiht. Musikalisch umrahmt wurde dieser Ehrentag durch ein Platzkonzert der Bergkapelle Reden. Die Fahne wird in der Pfarrkirche Hüttigweiler aufbewahrt. Auf der Vorderseite ist das Gründungsjahr 1955, das Bergmannsemblem, der Schriftzug “Bergmannsverein Hüttigweiler”, ein symbolischer Händedruck der Bergleute und das Jahr der Fahnenweihe 1963 zu sehen. Die Rückseite zeigt das Bild der heiligen Barbara, eine brennende Grubenlampe, die Andeutung eines Grubenstollens und den Schriftzug “Heilige Barbara Bitte für uns.”.

 

Im Jahre 1975 blickte der Bergmannsverein Hüttigweiler auf 20 Jahre seines Bestehens zurück.

 

1984 wurde die Idee geboren, eine Untertage-Diesellokomotive mit Förderwagen als Wahrzeichen in Hüttigweiler aufzustellen. 1986 wurde der Gedanke in die Tat umgesetzt. Seither schmückt eine Untertagelok mit Wagen das Wiesengelände Talstraße - Ecke Pfarrstraße. Das Denkmal steht artgerecht auf einem Gleisstrang und wurde mit aller Sorgfalt liebevoll renoviert. Ein Jahr später, am 31. Mai 1987, wurde das Denkmal um einen naturgetreu nachgebauten Grubenstollen erweitert und feierlich eingeweiht. Seit 1991 finden auf dem Gelände die jährlichen “Bergmannstage” des Bergmannsvereins Hüttigweiler statt.

 

Am 4. Dezember 1991 wurde die restaurierte Vereinsfahne der “Berg-Knappen-Hüttig-Rassweiler” feierlich in der Pfarrkirche Hüttigweiler durch Pastor Heckmann, der zugleich Generalpräses der St. Barbara-Bruderschaften ist, geweiht. Sie wird in der Kirche vor dem Hochaltar aufbewahrt.

 

Der Bergmannsverein Hüttigweiler ist heute fest in die dörfliche Kultur und Tradition  von Hüttigweiler integriert. Die Pflege religiösen und bergmännischen Brauchtums und die Achtung sozialer Tugenden wie Kameradschaft, Hilfsbereitschaft und Solidarität hat ihm insbesonders seitens der Kirche hohe Anerkennung eingebracht.

 

Ganz im Sinne dieser Traditionen will der Bergmannsverein Hüttigweiler die Erinnerung an den Bergbau und den schweren Beruf des Bergmanns den nachfolgenden Generationen in Erinnerung halten.

 

Der Bergmannsverein Hüttigweiler hegt und pflegt Kontakte zu allen im Verband der Berg-, Hütten- und Knappenvereine des Saarlandes angeschlossenen Vereinen und zu befreundeten Vereinen außerhalb des Saarlandes und des benachbarten Auslandes. Abordnungen des Vereins nehmen im Laufe eines Jahres an mehreren Bergmannsfesten teil.

 

Vereinsvorsitzende:                1955-1956                Felix Maurer

                                                1956-1962                Albert Mark

                                                1962-1966                Theodor Bick

                                                1969-2000                Richard Dörr.

                                                2000-2004                Helgo Dörr

                                                2004-jetzt                 Peter Schirra

Der Verein hat zur Zeit 181 Mitglieder, davon sind drei Ehrenmitglieder.