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Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Differten

 

Unter der Führung des Seelsorgers Mathias Bach wurde im Jahre 1880 die “St. Barbara- Bruderschaft Differten” gegründet. Die Aufgabe der Bruderschaft war die Förderung eines sittlichen und religiös-kirchlichen Lebens sowie die Unterstützung der in Not geratenen Bergleute. Hierzu zahlten die Mitglieder angemessene Beiträge in eine Vereinskasse.

 

Am 5. Mai 1899 verstarb Pfarrer Mathias Bach, und die Bruderschaft wurde von seinem Nachfolger, dem Ortsgeistlichen Johann Meiers, weitergeführt.

 

Dem Leitgedanken Pfarrer Hansens aus dem Jahre 1859, Knappenvereine ins Leben zu rufen, die sich mehr der Geselligkeit und der Freizeit der Bergleute widmeten, folgten im Jahre 1900 Bergleute von Differten und gründeten den sogenannten “Plutoverein”. Die Mitglieder dieses Vereins waren Bergleute, die auf der lothringischen  Grube Creutzwald beschäftigt waren. Ihre Aktivitäten erstreckten sich in der Hauptsache in geselligen Veranstaltungen wie Theater-, Vortrags- und Familienabenden.

 

Unter dem Vorsitz von Wilhelm Meyer schaffte sich der “Plutoverein” 1902 die erste Vereinsfahne an.

 

Zu Beginn der 20er Jahre löste sich der Plutoverein auf und schloß sich der “St. Barbara-Bruderschaft Differten” an. Den Vorsitz der Bruderschaft übernahm dabei Wilhelm Meyer. Dem bis dahin die Bruderschaft leitenden Ortsgeistlichen, Johann Meiers, wurde die Ehre eines Präses erwiesen. Neben religiösen Verpflichtungen, wie dem jährlichen Kirchgang an Kirmesmontag in Form einer Bergparade sowie der Pflege der Kameradschaft und der Solidarität zu benachbarten Bruderschaften und Vereinen diesseits und jenseits der Landesgrenze, nahm die Bruderschaft regen Anteil am kulturellen Leben der Gemeinde und veranstaltete Familienabende und Kameradschaftsfeiern, die bei der Bevölkerung großen Anklang fanden.

 

Die blühende Vereinsarbeit mußte 1936 wie bei allen kirchlichen Vereinen eingestellt werden.

 

Im Jahre 1948 kam es durch traditionsbewußte Bergleute unter Anleitung des Pfarrers Josef Barthel zur Neugründung der Bruderschaft. Peter Augustin übernahm dabei den 1. Vorsitz. Neben den bereits bekannten Aufgaben der Bruderschaft  wurde in die Satzung aufgenommen, daß an die Angehörigen eines verstorbenen Mitgliedes ein Sterbegeld in Höhe von 15.000 ffrs. zu zahlen sei.

 

Am 13.07.1952 erhielt die Bruderschaft eine neue Vereinsfahne.

 

In der Generalversammlung im Januar 1953 wurde Alois Kiefer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Eine rege und aktive Theatergruppe ermöglichte durch ihre Einnahmen bei Theateraufführungen in Differten und bei anderen Bruderschaften die Erhöhung des Sterbegeldes auf 20.000 ffrs..

 

Am 14. Oktober 1957 beschlossen die Mitglieder des Ortsteiles Friedrichsweiler in der Generalversammlung den Austritt aus der “St. Barbara-Bruderschaft Differten” und gründeten einen eigenen Verein. Johannes Hermann übernahm in gleicher Generalversammlung den Vorsitz der “St. Barbara-Bruderschaft Differten”.

 

350 Mitglieder zählte die Bruderschaft im Jahre 1960.

 

Infolge der Rezession im Bergbau öffnete sich die “St. Barbara-Bruderschaft Differten” für die Hüttenleute und änderte am 5. März 1961 in der Generalversammlung den Namen in “Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara”. Friedrich Zapp wurde in gleicher Generalversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 

Seit Bestehen des Berg- und Hüttenarbeitervereins bis 1980, dem Fest des 100jährigen Bestehens, wurden 40 Bergmannsfeste besucht. Besondere Höhepunkte dabei waren die Teilnahmen an den Bergparaden.

 

Der Berg- und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Differten wurde in der Folge von den Vorsitzenden Peter Becker (1963 - 1974), Egon Günter (1974 - 1977) und Günter Zimmer (1977 bis heute) geleitet.

 

Das 105jährige Bestehen des Berg- und Hüttenarbeitervereins St. Barbara Differten wurde am 15. und 16. Juni 1985 in einem besonderen Rahmen gefeiert. In das Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten war die Einweihung einer Gedenkstätte für die lebenden und verstorbenen Mitglieder beider Berufsstände eingebunden. Ein Bergmann und ein Hüttenmann, in Lebensgröße aus Natursandstein dargestellt, fanden ihren Platz neben dem Friedhofskreuz an der Pfarrkirche Differten.

 
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